Den Augenblick genießen – Tipps gegen Stress auf Reisen

Wer kennt es nicht? Eigentlich sollten wir uns auf Reisen, im Urlaub entspannen. Wir sollten den ganzen Druck und die Anforderungen des Alltags für eine Weile vergessen und einfach den Augenblick genießen. Doch leider funktioniert das nicht immer, vor allem nicht auf Knopfdruck. Manchmal ist genau das Gegenteil der Fall: Wir sind gestresst.

Vorab: Natürlich gibt es noch mehrere Stressfaktoren wie beispielsweise das Kofferpacken,die Reisevobereitung und noch viele weitere. Doch ich habe mir explizit nur die Stressquellen herausgesucht, die auf den Reisen selbst und nicht in der Zeit davor auftreten können. Das Wort „können“ benutze ich bewusst, weil die genannten Faktoren nicht jeden gleich stressen, manche sie überhaupt nicht schlimm finden und andere wiederum besser mit ihnen umgehen können. Das heißt einfach nur, dass meine Faktoren nicht auf alle zutreffen müssen 🙂

Große Touristenmengen PariserPlatz_BrandenburgerTor

Ich finde Touristen anstrengend. Nicht alle Touristen, das ist klar, aber große Ansammlungen von Reisegruppen und fotografierenden Menschen fangen ziemlich schnell an mich zu stressen. Geht es euch dann auch so, dass ihr euch weniger auf die Sehenswürdigkeit konzentrieren und den Augenblick nicht genießen könnt?

Genau um dem vorzubeugen, habe ich die letzten Jahre ein paar Tipps und Tricks gesammelt. Bei größeren Sehenswürdigkeiten kaufe ich mir immer mein Ticket vorher (wie beim Eiffelturm in Paris), um die andere Schlange nutzen zu können. Dies geht ganz leicht per App z.B. Get your Guide. Mit dieser App könnt ihr auch schon Touren buchen und müsst euch nicht in vollen Touristenbüros stellen und dort nach Touren schauen.  Auch schaue ich mir öfters auf Google die Besucherzeiten an. Diese geben euch grob an, zu welcher Zeit sich die meisten Touristen dort aufhalten. Auch die durchschnittliche Besuchsdauer wird angegeben. Diese Informationen haben mir auch in Restaurants schon öfters einen freien Platz garantiert! Bei Restaurants an beliebten Plätzen würde ich euch dazu raten, vorher zu reservieren oder eben nicht während der Stoßzeiten zu kommen, falls ihr flexibler sein wollt. Denn es gibt doch nichts stressigeres, als ewig durch eine Stadt, auf der Suche nach einem guten Restaurant zu gehen, oder?

Was ich beim Alleinreisen auch des öfteren mache, wenn es mir irgendwo zu voll wird und ich mich auf etwas konzentrieren will, wie im Museum: „Kopfhörer rein, Musik an, abschalten, den Augenblick genießen“. Mit Podcasts auf der Straße oder zum Beispiel ruhiger Musik in Museen kann ich mich viel besser auf die Geschehnisse und Geschichte konzentrieren.

Andere Erwartungen

Erwartungen sind knifflig. Oft hat man sie, weil durch die Vorfreude auf den Urlaub schon viel angeschaut und herausgesucht wurde. Dabei entsteht eventuell eine Erwartung an die Reise, die aber eigentlich gar nicht erfüllt werden kann. Ich finde es immer ganz schwer gar keine Erwartungen an meinen Reisen zu haben. Manchmal gelingt es mir, manchmal eben nicht. Was ihr aber definitiv nicht tun solltet, ist während eurer Reise immer an die weitere Reise zu denken (Planung ausgeschlossen). Natürlich kann man sich darauf freuen, aber vergesst dabei nicht die Gegenwart zu genießen!  Dazu habe ich eine kleine Anekdote:

Ich habe mich mal bei einer Pressereise so auf den nächsten Programmpunkt des darauffolgenden Tages gefreut, dass ich den ersten Tag nicht wirklich genossen habe und immer gespannt war, was denn noch kommt. Kurzes Ende: Der Programmpunkt, auf welchen ich mich so gefreut habe, hat letztendlich gar nicht meine Erwartungen erfüllt und ich war etwas enttäuscht. Das ist natürlich ein Extrem, aber ich habe es auf Reisen schon des Öfteren erlebt, dass die Reisenden sich mehr auf die Zukunft fokussiert haben, als den schönen Augenblick zu genießen (Das geht ja vielen generell im Leben auch so – da könnte man eine Parallele ziehen 🙂 ).

Den Augenblick genießen: abschalten können & Kompromisse

Wir müssen alle auch mal lernen, abschalten zu können. Entweder wir sind mit anderen Personen im Urlaub und müssen mit den Wünschen und Erwartungen der Mitreisenden zurecht kommen oder aber wir sind alleine unterwegs und wollen soviel wie möglich machen und mitnehmen oder, oder. Da gibt es mehrere potentielle Stressfaktoren.

Beim Alleinreisen kann ich euch nur empfehlen euch auch mal eine Pause zu gönnen. Das Geheimnis ist: Ihr müsst nicht alles sehen! Es ist überhaupt nicht schlimm, wenn nicht jede Sehenswürdigkeit des Reiseführers abgeklappert wird. Manchmal tut es auch einfach nur gut durch die Gegend zu schlendern und die Sprache und Kultur in sich aufzunehmen. Wenn ihr dann wieder genügend Energie gesammelt habt, könnt ihr ja immer noch in Ruhe eure geplante Tour fortsetzen.

Bei Reisen mit anderen Leuten – sei es mit Familie, Freunden oder Berufskollegen – empfehle ich euch eine Mischung aus Kompromissbereitschaft und Direktheit. Nicht jeder kann das gleiche mögen und machen wollen. Da empfiehlt es sich einfach direkt von vornherein auszumachen, wie man die Reise gestalten will oder das dann während der Reise auch nochmal anzusprechen, falls es Uneinigkeiten gibt. Aber beharrt nicht stur auf eure Wünschen, das hat bis jetzt auch keinen weitergebracht!

Für Reiseblogger – Social Media

Augenblick genießen auf Reisen

Beim Sonnenuntergang in der Ferne den Augenblick genießen

Nun zum letzten Punkt, der mich stets auf jeder Reise begleitet – Social Media. Da ich als Reisebloggerin öfters auf Pressereisen oder „beruflichen Reisen“ unterwegs bin, unterscheide ich mittlerweile sehr strikt zwischen Reise und Urlaub. Eine Reise hat für mich einen beruflichen Touch, was aber nicht heißt, dass ich die ganze Zeit erreichbar sein muss. Das wird dann von der Art der Reise unterschieden.

In meinem Urlaub zählt für mich „Nichterreichbarkeit„. Nicht extrem gesehen, da ich natürlich gerne auch mit meinen Freunden schreibe und Bilder teile, aber wenn ich keine Lust auf Social Media & Co habe, wird das Handy ausgemacht oder einfach nicht aus der Tasche geholt.

Kurz gesagt bedeutet das: Ihr müsst nicht immer auf den sozialen Netzwerken unterwegs sein, selbst, wenn ihr das beruflich machen solltet. Lieber plant ihr ein paar Posts vor und nehmt euch dann ein paar Tage frei. Denn dieser Zwang immer seinen Followern Mehrwert bieten und sie ständig mit auf die Reisen nehem zu müssen, ist ein sehr großer Stressfaktor, der viele beschäftigt. Da muss für sich jeder Pro und Contra abwiegen, doch vergesst dabei nicht: Auf Reisen solltet ihr auch den Augenblick genießen können, selbst wenn das heißt mal keine 100 Bilder von einem Sonnenuntergang zu haben. Hier noch eine kleine Anmerkung von mir: Ich schalte beim Fotografieren komplett ab, da ich es einfach liebe. Doch für viele ist das Festhalten mit der Kamera sehr stressig. Da ist jeder anders 🙂 Und damit ihr mich nicht falsch versteht. Ich mache sehr gerne viel auf den sozialen Netzwerken, nur nicht, wenn es für mich zur reinen Pflicht wird!

Und wie ist es bei euch: Wie macht ihr das mit eurem Handy? Seid ihr immer erreichbar oder haltet ihr auch gerne mal Abstand von den digitalen Begleitern?

 

Über Sophia

Sophia ist Praktikantin bei „So nah und so fern“ und schreibt Texte für den Blog. Außerdem betreibt sie noch ihren eigenen Reiseblog „Sophias Welt“.

3 Kommentare

  1. Das sind ja interessante Ansichten. Viele davon sehe ich ziemlich ähnlich. Der Social-Media-Punkt ist natürlich einer, der mich als Blogger ebenfalls sehr stark betrifft. Natürlich fällt es oft schwer, unterwegs das Handy zur Seite zu legen und nicht permanent die Welt live an den eigenen Ergebnissen leilhaben zu lassen. Doch sollten wir, wenn wir Stress verwmeiden wollen, alle – ob Blogger oder nicht – wieder vermehrt versuchen auf Reisen darauf zu verzichten. Ich finde es viel schöner, wenn ich mich auf einer Reise nur auf die Region und auf meine Mitreisenden konzentrieren kann und nicht permanent durch Social Media abgelenkt werde. Außerdem macht es ja eigentlich auch keinen Unterschied, ob ich etwas sofort während einer Reise poste oder es mir aufhebe und nach der Reise in Ruhe poste. Letztere Variante hat den großen Vorteil, dass ich zum einen weniger Stress habe, mir anschließend in Ruhe die wirklich schönsten Fotos zum Posten aussuchen kann, und zum anderen die Reise damit gedanklich verlängere. Schließlich bin ich in Gedanken wieder unterwegs, wenn ich nach der Reise etwas davon poste und dazu Feedback bekomme.
    Liebe Grüße
    Thomas

  2. Sehr interessanter Artikel, mag ich sehr gerne! Mich betrifft auch am ehesten der letzte Punkt. Social Media versuche ich zwar immer abends irgendwie abzuhaken wenn meine Reisepartner schlafen, dadurch wird es dann aber oft spät in der Nacht und ich bin eigentlich gerädert. Dafür versuche ich, untertags das Telefon eigentlich immer in der Tasche zu haben. Das klappt auch super, da ich ohnehin mit dem Handy nicht fotografiere. Nur ab und an mache ich ein Video für die Instastories, welches ich aber dann immer erst Abends poste.
    Ich liebe es ebenfalls zu fotografieren, daher macht mir das auch gar keinen Stress, aber da ist einfach jeder anders. Touristenmengen stressen mich auch ungemein. Ich versuche dann immer, in abgelegenere Gebiete zu kommen und mache die Touristensachen nur im vorbeigehen oder morgens/Abends, wenn weniger Leute sind.
    Lg Sabrina von smilesfromabroad

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