Minimalismus – 6 Tipps für Anfänger

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Autorin: Luise

Vor 2 Jahren wurde ich von einer unglaublichen Menge an Sachen fast erschlagen. Ich habe immer wieder versucht, weniger zu kaufen oder mehr auszusortieren, weil ich gemerkt habe, dass mich weder meine 150 Nagellack-Fläschchen, noch ein Schrank, der vor Klamotten fast überquillt, wirklich glücklich machen. Aber ich habe es nie geschafft, Ordnung in mein Chaos zu bringen. Inzwischen habe ich meinen Weg zum Minimalismus gefunden und reise zusammen mit meinem Freund in einem kleinen Bulli durch Europa. Auf so engen Raum ist es ohne Minimalismus gar nicht möglich die Kontrolle über die eigenen Sachen zu behalten. Gerne möchte ich dir meine persönlichen Erfahrungen & Tipps mitgeben,wie du in kleinen Schritten anfangen kannst minimalistischer zu leben.

Was erwartest du dir vom Minimalismus?

Bevor du damit anfängst panisch alles auszusortieren, um ja wenig Sachen zu besitzen und schön minimalistisch zu leben, solltest du dir darüber klar werden, was für dich das Wort Minimalismus bedeutet, und vor allem, was du dir von diesem neuen Lebensstil versprichst. Wenn du keine Ahnung hast wo du hinwillst, kannst du auch nicht darauf hinarbeiten. Nimm dir ein Blatt Papier und versuche den Minimalismus für dich zu definieren.

Folgende Fragen könnten dir dabei helfen:

  • Was erwarte ich mir vom Minimalismus? (z.B. eine ordentliche Wohnung, glücklicher sein, mehr Zeit haben, gesünder leben)
  • Wie sieht meine perfekte Wohnung/Lifestyle aus? (Versuche dir die Wohnung bis ins kleinste Detail vorzustellen)
  • Belastet mich etwas? Warum möchte ich minimalistischer leben?

Wenn du diese Fragen beantworten kannst, hast du den perfekten Grundstein gelegt, um an deinem Vorhaben minimalistischer zu Leben dran zu bleiben.

Die ersten Schritte in den Minimalismus: Dein Zuhause

Für mich geht es im Minimalismus nicht um eine schicke weiße, leere Wohnung, sondern darum mit mir selbst ins Reine zu kommen, indem ich unnötig angehäuften Ballast aus meinem Leben verbanne. Minimalistisch zu leben bedeutet nicht nur eine aufgeräumte Wohnung zu haben, sondern sich physisch wie mental freier, energiegeladener und produktiver zu fühlen. Obwohl es nicht nur um deine Wohnung geht, ist diese ein sehr wichtiger Schritt um minimalistischer zu leben. Doch wo fängt man jetzt an?

Mit dem Aussortieren der gesammelten Gegenstände die man sein Eigentum nennt. Ich habe gemerkt, dass ich irgendwann in einem Chaos aus meinem eigenen Sachen versunken bin. Ich war pausenlos am Aufräumen und auch wenn ich versucht habe Sachen auszusortieren, hat dies nur für eine kurze Zeit geholfen. Vor zwei Jahren habe ich aber eine Methode des Aussortierens gefunden, die mich auf einen Schlag von allen unnötig angehäuften Sachen befreit hat: Konmari.

Konmari wurde von der Japanerin Marie Kondo entwickelt und bezeichnet eine spezielle Art des Aussortierens, bei der man angeblich nie wieder aufräumen muss. Hört sich gut an? Dann kommt hier einmal die Konmari Kurzfassung:

  • Marie Kondo ist der Meinung, dass die meisten Menschen zwei Drittel ihres Haushaltes überhaupt nicht benötigen. Konmari ist also eine Methode sich von all dem Kram, den man nicht braucht, für immer zu befreien.
  • Aufräumen sollte ein einmaliges Event sein und nicht eine immer wiederkehrende Pflicht.
  • Wenn du mit dem Aufräumen anfängst, kleide dich für ein Ereignis, auf das du dich freust. Jogginghose und Schlabbershirt sind Tabu.
  • Bevor du anfängst aufzuräumen, stell dir deinen idealen Lifestyle ganz genau vor. Wie würdest du gerne in deinem Zuhause leben? In welcher Ecke willst du morgens deinen Kaffee trinken? Was für Farben wünscht du dir in deiner Wohnung. Je genauer du dir dein Zuhause vorstellst, desto wahrscheinlicher ist es, dass du keinen Rückfall ins Chaos erleidest.
  • Konzentriere dich auf das Aufräumen und lass dich nicht ablenken. Nebenbei Musik zu hören oder Filme zu gucken ist verboten. Du wirst deine gesamte Konzentration für das Aussortieren brauchen.
  • Der allerwichtigste Punkt: Es wird nach Kategorien aufgeräumt, nicht nach Räumen. Wenn du zum Beispiel mit deiner Kleidung anfängst, wirst du schnell merken, dass du nicht nur Kleidung in deinem Schrank hast, sondern auch im Wäschekorb, in der Garderobe oder in Kisten die eigentlich schon längst auf dem Flohmarkt landen sollten. Räume alle Gegenstände einer Kategorie auf einem Haufen zusammen, damit du dir überhaupt bewusst wirst wie viele Sachen du besitzt.
  • Aussortiert wird in folgender Reihenfolge: Kleidung, Bücher, Pflegeprodukte, Geschirr, Papiere usw. bis man bei der letzten Kategorie der sentimentalen Gegenstände wie zum Beispiel Fotos angelangt ist. Die Idee dahinter ist, dass man mit Kategorien startet, zu denen man eine geringere sentimentale Bindung hat. So fällt einem das Aussortieren viel leichter und man ist schon ein richtiger Profi, wenn es an die harten Brocken geht.
  • Marie Kondo ist der Meinung, dass wir in unserer Wohnung nur von Sachen umgeben sein sollten, die uns Freude bereiten. Wenn du also alle Gegenstände einer Kategorie auf einen Haufen getragen hast, nimmst du jeden einzelnen in die Hand und fragst dich ob dich dieser glücklich macht. „Does it spark joy?“ ist wohl der Satz, den man am allermeisten mit Marie Kondo in Verbindung bringt, und der meiner Meinung nach, zum ultimativen Durchbruch beim Aufräumen führt. Wieso etwas behalten, das keine Freude bereitet?
  • Klar gibt es auch Gegenstände, die man einfach braucht aber seitdem ich mein sehr mitgenommenes Küchensieb, gegen ein schickes türkises eingetauscht habe, weiß ich, dass sogar Küchengeräte Freude bereiten können. Dank Konmari lächle ich jedes Mal beim Nudelabgießen und freue mich wie verrückt, so ein schönes Nudelsieb zu haben. Das Prinzip ist also klar: Alles was dich nicht glücklich macht, wozu du keine tollen Erinnerungen hast, die dich schmunzeln lassen, kommt gnadenlos weg. Vorbei sind die Zeiten des „Aber das könnte ich doch noch einmal gebrauchen“. Einen Gegenstand, der dir keine Freude bringt, wirst du auch nicht vermissen.
  • Gib jedem Gegenstand einen festen Platz. Dadurch vermeidest du, dass deine Sachen irgendwo herum liegen, und wirst sie irgendwann ganz automatisch auf den für ihn gedachten Platz räumen.

Nach diesem Prinzip habe ich mich auch an mein Eigentum getraut. Inzwischen besitze ich nur noch halb so viele Sachen wie vor 2 Jahren und habe damit den Einstieg in den Minimalismus gemeistert. Ich kann nur jedem empfehlen das Buch von Marie Kondo „Magic Cleaning: Wie richtiges Aufräumen Ihr Leben verändert“ ,zu lesen bevor man mit der Konmari Methode anfängt. Sie hat mir in so vielen Dingen die Augen geöffnet und beschreibt wirklich gut, warum Konmari so einfach und vor allem für immer funktioniert.

Richtig einkaufen

Wenn du deinen ganzen Kram dank Konmari los geworden bist, ist das letzte was du tun willst, in einen großen sinnlosen Kaufrausch zu verfallen, um wieder neue Dinge zu sammeln die du gar nicht brauchst. Das Geheimnis lautet hier: weniger ist mehr. Also nur das kaufen, was einem langfristig Freude bereiten wird.

Wenn ich einkaufen gehe und etwas sehe was mir gefällt, stelle ich mir immer folgende Fragen:

  • Brauche ich das wirklich?
  • Wo werde ich den Gegenstand verstauen? Gibt es einen Platz für diesen Gegenstand?
  • Habe ich schon einen ähnlichen oder den gleichen Gegenstand?
  • Passt es zu Dingen, die ich schon habe?
  • Macht mich dieser Gegenstand glücklich?
  • Wird er mich auch noch in einem Jahr glücklich machen?

Wenn du alle diese Fragen gewissenhaft beantworten kannst, kann der neue Gegenstand in deine Wohnung einziehen, wenn nicht, brauchst du ihn auch nicht.

Qualität statt Quantität

Zum Minimalismus gehört auch, unnötigen Konsum von Produkten einzuschränken. Bei mir war es so, dass ich eine lange Zeit billigen Modeschmuck gekauft habe, nur weil er so günstig war und man so viel auf einmal haben konnte. Im Endeffekt habe ich mich aber nur mit Verfärbungen an den Händen und kaputten Verschlüssen herumgeärgert, sodass ich gerade bei Schmuck, aber natürlich auch bei vielen anderen Kategorien, auf Produkte umgeschwenkt bin, die mir wahrscheinlich mein ganzes Leben erhalten bleiben.

Manchmal ist es viel sinnvoller ein hochqualitatives Stück zu besitzen, als eine Menge billigen Kram

Was gibt es besseres als sich nach erfolgreichen Aussortieren, mit einem qualitativ hochwertigen Schmuckstück zu belohnen? Entsorge 10 Billigmodeschmuckteile und kauf dir dafür ein richtig tolles mit Bedeutung. Falls du noch die passende Belohnung für dich suchst, kann ich dir nur „Nomination Italy“ empfehlen. Dort kannst du dir momentan dein eigenes Armband mit einem zu deinem Geburtsmonat passenden Edelstein erstellen, an dem du sicherlich dein ganzes Leben lang Freude hast. Ein guter Anfang um qualitätsbewusster einzukaufen.

Minimalismus im Kopf

Wenn du vor hast minimalistischer zu leben, wird sich dein Vorhaben nicht nur auf deine Wohnung beschränken. Ein Teil des Minimalismus besagt , dass man sehr viel produktiver ist, wenn man sich mit weniger Dingen umgibt oder eben nur mit Gegenständen die einem Freude bereiten. Durch das minimalistische Gestalten deiner Wohnung, wird dir das meiner Erfahrung nach auch gelingen. Allerdings gibt es noch ein paar andere Methoden deine Gedanken minimalistischer zu verpacken. Eine davon, die ich dir sehr ans Herz legen möchte, ist es To-Do-Listen von deinem Schreibtisch zu verbannen.

Ich war früher eine totale To-Do-Listen-Fanatiker, habe aber bald gemerkt, dass ich trotz meiner sauber aufgereihten Aufgaben, nicht besonders viel schaffe. Woran liegt das? Weil eine To-Do-Liste dazu verführt, nicht nach Prioritäten zu arbeiten. Anstatt die wirklich wichtigen Sachen anzugehen, habe ich lieber die Blumen gegossen. Das stand zwar auch auf meiner To-Do-Liste, aber dadurch, dass ich die kleinen, einfachen Sachen zuerst angegangen bin, sind die wirklich wichtigen Projekte liegen geblieben.

Wenn es dir ähnlich geht, empfehle ich dir dringend Braindumping auszuprobieren. Bei dieser Methode nimmst du dir einen Zettel und schreibst alle Dinge, die du noch erledigen musst auf, egal wie banal sie dir auch erscheinen. Dabei geht es darum all den Gedankenmüll aus deinem Kopf zu bekommen, so dass du nicht mehr an Sachen denken musst, die eigentlich gar nicht so dringend sind.

Minimalismus

Im nächsten Schritt guckst du dir dein Braindumping an, und filterst heraus, welche Punkte am dringendsten erledigt werden müssen. Das sind meistens nicht mehr als vier oder fünf Dinge. Diese Aufgaben kannst du dir dann gerne als eine To-Do-Liste für den Tag in deinen Kalender schreiben. Das Wichtige dabei: bevor du die Prioritäten auf deiner To-Do-Liste nicht geschafft hast, wird nichts von dem Braindumping gemacht. So ist es ziemlich einfach wichtige Aufgaben schnell zu erledigen, ohne in Zeitdruck zu geraten.

 

Und nun kannst du loslegen. Doch vergiss dabei nicht, dass minimalistisches Leben ein Prozess ist. Versuch nicht alles auf einmal zu ändern, sondern fang mit kleinen Schritten an und du wirst merken, wie viel Minimalismus du in deinem Leben brauchst, um es genauso so zu leben wie du willst.

 

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