Brighton Tipps – Englands hippstes Seebad

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Als ich in Brighton ankomme, ereilt mich genau dieses Gefühl, welches ich auch schon hatte, als ich vor knapp zehn Jahren bereits einmal hier war: Melancholie. Jedoch nicht die schwere traurige, die einen in den Boden zu ziehen scheint, sondern vielmehr eine schöne, irgendwie nostalgische. Mein Bus aus London stoppt kurz vor der Strandpromenade, hier steige ich aus und sehe in der Ferne schon den Pier; das Wahrzeichen Brightons. Ein kleines bisschen aus der Zeit gefallen wirkt er und versprüht dadurch einen ganz besonderen Charme.

Ich atme tief die salzige Luft ein, höre kurz dem Mövenkreischen zu, um mich dann auf den Weg zu meinem Hotel zu machen, welches für mich und fünf weitere Blogger in den kommenden vier Tagen das zu Hause sein wird. Vier Tage, in denen wir einiges sehen, erleben und vor allem auch essen und trinken werden, denn Brighton ist eine absolute Food-Metropole, nicht zuletzt auch für Vegetarier wie mich.

 

Hier kommen meine persönlichen Brighton Tipps für euch.

Brighton Tipps – was sollte man anschauen?

Brighton ist keine Großstadt mit seinen ca. 230.000 Einwohnern, doch trotzdem merkt man, dass die Stadt sich am Puls der Zeit befindet und immer wieder Neues entsteht. Aber auch Brighton hat ein paar Klassiker, die sich für fast jeden Besucher lohnen.

Die Piere

Bereits erwähnt habe ich den Brighton Palace Pier. Einige hundert Meter weit ragt diese Seebrücke ins Wasser und bietet Vergnügungssüchtigen eine Art kleinen Freizeitpark: Hier kann man in die Spielhalle gehen, Karussel oder Achterbahn fahren, Zuckerwatte essen, oder auch einfach nur umher schlendern und den Blick aufs Meer genießen. Das besondere: Dieser Pier existiert schon seit Ende des 19. Jahrhunderts, so dass er eine lange Geschichte mit sich bringt. Für mich ist die Atmosphäre dieses Ortes einmalig – die bunten Farben, die Möven, welche ihn umkreisen, das Mischmasch der verschiedensten Menschen, die hierher kommen.

Brighton Tipps

Außerdem gibt es in Brighton noch den West Pier. Dieser wurde in den Siebziger Jahren geschlossen, da Brände und Stürme ihn zu sehr beschädigt haben. Doch auch wenn er nicht mehr begehbar ist, so gehört er für mich zu einer der Hauptattraktionen der Stadt. Nirgendwo sonst kann man sich so traurig-schöner Melancholie hingeben, wie am Strand von Brighton mit Blick auf diesen alten Pier. Auch als Fotokulisse ist er unschlagbar.

Brighton Tipps

Die Kulisse am West Pier ist fast surreal

Strandhäuschen am Brighton Beach

Gibt es etwas Niedlicheres und Fotogeneres als kleine Häuschen am Strand, die in den unterschiedlichsten Pastell- und Knallfarben um die Wette strahlen? Wohl kaum. Ebenfalls am Brighton Beach, knapp einen Kilometer westlich vom Westpier gelegen, werdet ihr nach einem kleinen Spaziergang auf diese hübschen Häuschen stoßen. Wer bisher noch keine gute Laune gehabt haben sollte, der wird sie spätestens bei diesem Anblick bekommen – garantiert! Mein liebstes war übrigens das lachsfarbene Haus.

British Airways Turm

Auch Brighton aus der Luft zu betrachten lohnt sich definitiv. Hierfür wurde extra vor zwei Jahren der Aussichtsturm British Airways i360 gebaut. Man muss sich diesen etwa so vorstellen: eine runde verglaste Kanzel befindet sich an einem langen Stab und mit ihr werden die Besucher fast 150 Meter in die Höhe gefahren – und, nach ungefähr 30 Minuten, natürlich auch wieder hinunter. Im ersten Moment erinnert mich der Anblick ein bisschen an die Freefall-Türme, welche sich in so manchem Vergnügungspark befinden, doch zum Glück hat das Erlebnis absolut nichts damit zu tun. Wir gleiten sanft in die Lüfte, haben einen Rundum-Ausblick über die Stadt, den Strand und das Meer, und auf einigen Flachdächern Brightons entdecke ich sogar Streetart, die mein kleines Kunstliebhaberinnen-Herz höher schlagen lässt.

Royal Pavilion

Sieht man ein Bild des Royal Pavilion in Brighton, losgelöst von der übrigen Umgebung, so mag man meinen, er stünde in Indien. Kein Wunder, denn der King George IV, welcher ihn erbauen ließ, orientierte sich am Vorbild indischer Mongulpaläste. Die Innenausstattung ist zudem in chinesischem Stil gehalten: Exotik pur also, und das mitten in England.  Ein Besuch des Pavillons lohnt sich also auf jeden Fall. Außerdem befindet er sich super zentral in der Innenstadt von Brighton.

 

Brighton Tipps – wo sollte man essen und trinken?

Wie bereits eingangs erwähnt, ist Brighton ein Paradies für Food-Lover. Ich habe das Gefühl, dass es kulinarisch nichts gibt, was es hier nicht gibt. Sehr groß ist die indische Küche, vegetarische und auch aktuelle Trends, wie zum Beispiel der Burger-Hype gehen an Brighton nicht vorbei. Auch hatte ich hier überhaupt keine Probleme glutenfreie Gerichte und Backwaren zu finden. In Brighton könnte ich also schon allein wegen der sagenhaften Restaurant- und Cafe- Kultur Wochen verbringen. Und genau deswegen gehört Essen so sehr zu meinen Brighton Tipps, dass ich dieser Thematik bald noch einen gesonderten Beitrag widmen werde.

Hier empfehlen kann ich aber schonmal die Brighton Food Tours, Walking Tours mit vielen spannenden und besonderen Food-Stops. Auf diese Weise haben wir tolle Orte kennengelernt, die wir sonst vermutlich nie gefunden hätten.

Nachtisch im bekannten vegetarischen Restaurant Terre a Terre

 

Brighton Tipps – wo kann man gut shoppen?

Wer individuell einkaufen gehen möchte, für den hat Brighton auch mehr als genug zu bieten, meiner Meinung nach besonders The Lanes und die North Laine (plus umgebende Straßen).  The Lanes sind enge kleine Gassen, in denen sich Geschäfte und Restaurants dicht aneinander drängen. Schon die Natur dieses engen Gassengewusels verbietet große Ketten oder Kaufhäuser, so dass sich viele kleine Läden angesiedelt haben. Um die 300 unabhängige Geschäfte gibt es hier auf nur etwa einem Quadratkilometer.

Die North Laine Gegend ist ein typisches Gentrifizierungsgebiet, mit viel Kultur, toller Streetart und spannenden Geschäften. Hier reiht sich ein Vintage- oder Second-Hand-Shop an den nächsten, lokale Designer verkaufen ihre Kreationen, man findet vegane Schuhe und vieles mehr. In dieser Gegend wird garantiert niemandem so schnell langweilig.

 

Brighton Tipps – übernachten

Wenn ihr ein individuelles Hotel in bester Lage sucht, so habe ich einen Tipp für euch. Unweit der Innenstadt mit Blick auf das Meer sowie den Aussichtsturm British Airways i360 befindet sich das Hotel Pelirocco, welches sich selbst “Englands most rock n roll hotel” nennt. So ganz würde ich diesem Untertitel nicht zustimmen, denn in den drei Nächten, die ich dort verbringe, ist es ruhig und ich schlafe königlich, was mich sehr erleichtert (hatte ich doch im Vorfeld etwas Sorge, dass mich Rock n Rock-Lautstärke erwarten könnte). Ansonsten ist das Hotel tatsächlich ganz auf Musik ausgerichtet. Die Zimmer haben alle ein Motto: So schlafe ich zum Bespiel im Dolly Parton Raum. Alles im Hotel ist knallig und bunt dekoriert, überall hängen Bilder und Poster von Rockstars sowie Rock n Roll- Sprüche. Man kann gucken, gucken und nochmals gucken, ohne sich sattzusehen.

Etwas Weiteres hat mich in diesem Hotel (und meinem Englandaufenthalt im Allgemeinen) sehr glücklich gemacht: hier scheint Indierock (meine liebste Musikrichtung), anders als in Deutschland, noch nicht tot zu sein. In der Bar des Hotels laufen fast nur meine Lieblingslieder – neben der tollen Essenauswahl ein weiterer Grund, dass ich gerne etwas länger am Frühstückstish sitzen bleibe.  Das Pelirocco gehört also definitiv zu meinen Brighton Tipps.

Brighton Tipps hotel

Dieses Zimmer wirdmet sich voll und ganz Dolly Parton

 

Brighton Tipps  – noch ein Insiderstipp

Eine neue Information war für mich, dass Brighton eine Festival-Stadt ist – verschiedenste Arten von Festivals werden hier großgeschrieben: von Musik, über Kultur, bis hin zu Essen. Wir sind im Mai in der Stadt und zeitgleich finden gerade das Brighton Festival sowie das Fringe Festival statt.

Das Brighton Festival findet bereits seit mehr als 50 Jahren jährlich statt und widmet sich zahlreichen Künsten, wie beispielsweise bildender Kunst, Film, Musik, Theater, mit einem spannenden und abwechslungsreichen Programm. Das Fringe Festival dagegen ist ein Open-Access-Festival, was bedeutet, dass jeder mitmachen und sich anmelden kann. Das Ziel des Fringe Festivals ist es, Publikum und Künstler zu stimulieren, zu bilden und die persönliche Weiterentwicklung zu fördern. Dabei können sehr außergewöhnliche und verrückte Produktionen zustande kommen. Wir haben die Show “Never Mind the Royal Wedding” besucht: eine Mischung aus Kabaret, Artistik und Musik, die mich gleichermaßen ein wenig verstört, we fasziniert und amüsiert hat. So viel sei verraten: Es gab zahlreiche nackte Männer und jede Menge britisch-schwarzen Humor.

Solltet ihr also einen Brighton-Trip planen, so lohnt es sich auf jeden Fall, vorher zu schauen, welche Festivals gerade anstehen und den Besuch eines solchen miteinzuplanen.

 

Nach drei erlebnisreichen Tagen in dem britischen Seebad müssen wir Brighton wieder verlassen. Die letzten Stunden bis zur Abfahrt verbringe ich damit, durch die Lains zu schlendern, Kaffee zu trinken und meine Impressionen Revue passieren zu lassen. Klar ist: ich werde die melancholisch-coole Stadt vermissen. Und ebenfalls steht für mich fest, dass ich bald zurückkehren möchte, denn Brighton hat noch so viel zu bieten, was ich genauer kennenlernen möchte. So würde ich zum Beispiel gerne tiefer in die lokale Mode- und Musikszene eintauchen. Ihr dürft also guter Hoffnung sein, dass es bald noch mehr über das schöne Brighton zu lesen geben wird.

 

Brighton Tipps – Bild-Impressionen

 

 

Falls ihr noch mehr über unsere Brighton-Erlebnisse lesen möchtet, hier findet ihr die Links zu den tollen Berichten meiner Blogger-Kollegen, die ebenfalls an dem Trip teilgenommen haben:

We Travel The World: Die 17 besten Brighton Sehenswürdigkeiten

Travellers Archive: Brighton in England und Brighton Beach

 

Und eventuell wollt ihr ja euren Brighton-Besuch mit einem London-Aufenthalt kombinieren. Da hätte ich auch noch was zur Inspiration für euch:

The Eastend – das London Streetart Paradies

 

Mein großer Dank geht an Visit Brighton für die Einladung. Sowie an Paula Schmidt von KPRN für die Organisation der Reise.

2 Kommentare

  1. Danke für den Tipp. Die Stadt sieht absolut umwerfend aus!

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