Gesund und sicher auf Reisen: wie du nicht krank wirst und was im Notfall zu tun ist

Autorin des Beitrags: Viktoria Steidl

Wer eine Reise plant, denkt vorrangig an schöne Dinge: Erlebnisse, Abenteuer, neue Erfahrungen, atemberaubende Plätze. Ob Kokosnuss-Schlürfen unter Palmen oder Frischluft-Kur hoch oben in den Bergen – jede Reiseplanung sorgt in erster Linie für Vorfreude auf Gänsehautmomente. Jedenfalls ist das bei mir so. Doch bei all der Vorfreude sollte die Stimme der Vernunft nicht überhört werden, denn auch beim Reisen kann es zu unschönen Erlebnissen kommen. Die Rede ist von Unfällen oder Krankheiten. So paradiesisch das gewählte Urlaubsparadies auch ist, Krankheitserreger lauern im Fall der Fälle auch dort. Um eine kleine Katastrophe nicht zu einer großen ausarten zu lassen, ist es sinnvoll, sich bereits vor der Reise ein paar Gedanken über das mögliche Worst-Case-Szenarien zu machen.

Wer sich gut vorbereitet, für den steht einem entspannten Urlaub nichts im Wege

Vor der Reise

Vor jeder Reise ist es ein absolutes Muss, sich über mögliche Krankheitsrisiken in der Wunschdestination zu informieren. Erste Informationen findet man schnell im Internet, wobei man hier auf verlässliche Quellen zurückgreifen sollte. Hierzu zählen in erster Linie die Homepage des Auswärtigen Amtes und Webseiten von Tropeninstituten oder Tropenmedizinern.

Je nach Destination sind bestimmte Impfungen oder Impfprophylaxen notwendig. Neben den Impfungen, die in Deutschland bereits nach dem Impfplan empfohlen werden, können beispielsweise für Malaria- oder Gelbfiebergebiete zusätzliche Impfungen notwendig werden. Eine verlässliche Empfehlung, welche Impfungen für die konkrete Reise sinnvoll sind, kann bei einem Tropfenmediziner eingeholt werden.

Außerdem sollte jeder Reisende immer eine Notfallapotheke mitführen. Das hat nichts mit übertriebener Vorsicht zu tun, sondern damit, im Fall der Fälle ein Medikament bei der Hand zu haben. Nichts ist mühsamer, als bei starken Kopfschmerzen erst mal auf die Suche nach einer fremden Apotheke in einer fremden Stadt gehen zu müssen. Lieber die Tabletten des Vertrauens bei sich führen, das ist die halbe Miete. Auch zum Inhalt einer Notfallapotheke finden sich auf den Homepages von Tropeninstituten zahlreiche Listen, die in Summe sehr ähnliche Empfehlungen abgeben:

  • Schmerz- und Fiebermittel
  • Medikamente gegen Magendarmerkrankungen und -beschwerden
  • Medikamente gegen Erkältungen
  • Nasen-, Ohren- und Augentropfen
  • Medikamente gegen Hautreizungen und -ausschläge (vor allem Sonnenbrand und Insektenstiche)
  • Wund- und Heilsalbe
  • Fieberthermometer
  • Breitbandantibiotikum
  • Verbandsmaterialien
  • persönliche Medikamente (beispielsweise bei Allergien)

Es ist zudem keine schlechte Idee, sich noch zu Hause die Adressen von Ärzten und Krankenhäusern zu notieren. Für viele Länder finden sich im Internet auch Listen zu Kooperations- oder Vertrauensärzten vor Ort.

Last but not least ist es unerlässlich, vor Antritt der Reise eine Auslandskrankenversicherung abzuschließen. Bitte nicht dem Trugschluss erliegen, dass das außerordentlich gute Sozialversicherungssystem auch stets außerhalb der deutschen Grenzen gilt – dem ist nicht so! Deutsche Staatsbürger, die bei der gesetzlichen Krankenversicherung versichert sind, haben nur innerhalb der EU und in Ländern, mit denen ein Sozialversicherungsabkommen besteht, einen Krankenversicherungsschutz. Allerdings richten sich die Leistungen oft nach dem Sozialrecht des Reiselandes. Das kann, muss aber nicht ausreichen. Um sich den Ärger und die Kosten zu ersparen, ist der Abschluss einer Auslandskrankenversicherung ratsam. Diese umfasst – je nach Anbieter und Leistungspaket – die freie Arzt- und Krankenhauswahl im Ausland, die Kostenübernahme für stationäre und ambulante ärztliche Behandlungen, den Transport zur stationären Behandlung sowie verschiedene weitere Leistungen.

Tipp: Wer eine Kreditkarte besitzt, sollte einen Blick in die Vertragsbestimmungen des Kreditkartenanbieters werfen. Viele Kreditkarten beinhalten auch einen Auslandskrankenversicherungsschutz. Hier immer das Kleingedruckte lesen und die Leistungen sowie die Selbstbehalte prüfen. Gegebenenfalls die angebotenen Leistungen mit den Leistungen gängiger Krankenversicherungsanbieter vergleichen.

Während der Reise

Während der Reise sollte man sich selbstverständlich nicht ständig Gedanken über mögliche Risiken und Krankheiten machen, das wäre völlig übertrieben. In der Regel gilt auf Reisen das gleiche Krankheitsrisiko wie zu Hause, wenn man nicht gerade in erklärte Risikogebiete fährt. Ein paar Kleinigkeiten sollte man dennoch beachten, um die Reise ohne negative Erlebnisse genießen zu können:

Viele Krankheitserreger gelangen über die Nahrungsmittelaufnahme in unseren Körper, deshalb gilt gerade auf Reisen: waschen, waschen, waschen! Die Hände sollten möglichst oft mit Seife gewaschen werden, jedenfalls aber vor dem Essen. Auch ein Handdesinfektionsmittel, das es mittlerweile in jedem Drogeriemarkt zu kaufen gibt, ist keine schlechte Idee.

Zudem sollte man bedenken, dass Leitungswasser in vielen Ländern der Welt nicht trinkbar ist. Wer auf Nummer Sicher gehen will, greift auch beim Zähneputzen lieber zum Trinkwasser aus der Flasche. Bei Obst und Gemüse gilt die bekannte Regel „Cook it, peel it or leave it“ – soll heißen: Wenn man Obst oder Gemüse weder kochen noch schälen kann, sollte man lieber die Finger davon lassen. Selbst wenn beides möglich ist, gilt es, Obst und Gemüse gründlich zu waschen. Im Idealfall verwendet man auch hier Trinkwasser aus der Flasche.

Notfallplan für den Fall der Fälle

Manchmal hilft all die Vorsicht nicht und es kommt zum Worst-Case: Man wird im Urlaub richtig krank oder verletzt sich so schlimm, dass ein Krankenhausaufenthalt notwendig wird. Das ist natürlich äußerst unangenehm, doch mit den oben genannten Reisevorbereitungen, einer guten Versicherung und dem richtigen Fahrplan im Kopf nimmt man der Katastrophe etwas Wind aus den Segeln.

Der Notfall-Fahrplan sieht wie folgt aus:

  • Hilfe suchen

Sofort bei Einheimischen Hilfe suchen, den Vermieter oder die Hotelrezeption informieren.

  • Transport

Sich zum Arzt oder ins Krankenhaus begleiten lassen.

  • Erstversorgung
  • Versicherung informieren

Das ist wichtig, denn die meisten Versicherungen schreiben vor, dass der Versicherungsnehmer sich „unverzüglich“ melden muss. Für diesen Fall sollte man die entsprechende Notfallnummer immer bei sich haben.

  • Rechnungen

Auch wenn das vielleicht das Letzte ist, woran man denken möchte: Es ist notwendig, sich alle Rechnungen vor Ort aushändigen lassen. Im Idealfall sollte man diese noch abfotografieren.

  • Rücktransport

Ob ein Rücktransport notwendig ist, entscheiden die behandelnden Ärzte. In der Regel hat man keinen Anspruch darauf. Besteht diese Notwendigkeit, muss dieser mit der Versicherung besprochen werden. Diese organisiert den Ablauf und den Transport. Dafür gibt es eigenständige Unternehmen, beispielsweise die Deutsche Auslandsrückholung, die auf Einsätze mit Flugzeugen und Helikoptern auf der ganzen Welt spezialisiert sind. So können ernsthaft verletzte Personen aus dem Ausland sicher in Ambulanzflugzeugen zurück an ihren Heimatort gebracht werden.

Mit all diesen Tipps sollte einer sorgenfreien Reise nichts mehr im Weg stehen.

2 Kommentare

  1. Super Tipps! Die Gesundheit ist so wichtig und in fernen Ländern ist so schnell was passiert (hach ja, heftigster Delhi-Belly über Wochen in Indien und ein Brech-Virus in Marokko – ich kann ein Liedchen davon singen). Daher mein Tipp, um Magen-Darm auf Bakterien und Viren vorzubereiten: Probiotika mindestens einen Monat vor Abflug täglich nehmen! Mittlerweile kann ich mich dadurch viel mehr im Ausland trauen 🙂

    Ein Lächeln,
    Miri von thesoulfoodtraveller.com

    • Danke für deine Tipps. Von Magen-Darm Sache bin ich zum Glück weitestgehend verschont geblieben bisher. Außer eine Darm-Sache in Dahab in Ägypten. Da hat aber tatsächlich das einheimische Mittel aus der Apotheke super geholfen.

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