Tansania Geheimtipps – der Norden und Osten

Tansania Geheimtipps: Ich selbst war leider noch nie in Tansania, habe aber schon viel von dem Land gehört und würde unheimlich gerne einmal dorthin reisen. Besonders die Insel Sansibar steht weit oben auf meiner Bucket-List, aber auch die Nationalparks auf dem Festland reizen mich sehr. Diesen Artikel habe ich somit nicht selbst verfasst, sondern meine Gastautorin Mayra Markies, welche Tansania-Expertin ist. Sie berichtet hier über ihre Tansania-Reisen und teilt mit uns ihre persönlichen Tansania Geheimtipps, insbesondere für den Norden und Osten des Landes.

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Wunderschönes Tansania

Tansania Geheimtipps von Mayra

Meine erste Ankunft in Tansania: Vor zwei Jahren entschied ich mich, nachdem ich schon mehrere andere afrikanische Länder bereist hatte, einen Tansania-Urlaub zu buchen. Eine Reise nach Tansania schien mir sehr spannend, denn über dieses afrikanische Land wusste ich fast noch gar nichts. Ich hatte damals allerdings noch keine Ahnung, dass diese Entscheidung dazu führen würde, dass ich schlussendlich zusammen mit einem tansanischen Businesspartner den Touroperator Tanzania Unique Adventures gründen würde, um Gästen das wahre Tansania zu zeigen!

Nach einem direkten Flug von acht Stunden von Zürich zum Kilimanjaro Airport landete ich damals vor zwei Jahren mit meiner Familie voller Erwartungen in Tansania. Beim Aussteigen vom Flugzeug wehte mir die warme tropische Luft entgegen und ich roch ganz viele verschiedene Gerüche. Im Dunkeln wurden wir abgeholt und zu unserer ersten Lodge am Rande vom Arusha Nationalpark gebracht. Draußen konnte ich leider nicht viel erkennen, ich war daher gespannt auf den nächsten Tag, an dem ich endlich sehen konnte wo ich eigentlich genau gelandet war.

Aber bevor ich weiter von meiner Reise berichte und meine Tansania Geheimtipps teile, zunächst ein paar Fakten zu Tansania.

Fakten zu Tansania

  • Tansania liegt im Osten von Afrika. Es ist ein riesiges Land, mit 945.000 m2 zweieinhalbmal so gross wie Deutschland.
  • Bevölkerung: ungefähr 69 Mio. Einwohner. Rund ein Drittel der Menschen leben dabei unter der Armutsgrenze von 21 USD pro Monat.
  • Tansania liegt unterhalb des Äquators, es herrscht daher ganzjährig ein tropisches Klima mit zwei Regenzeiten: die grosse Regenzeit in April und Mai und die kleine Regenzeit in November.  Unter diesem Link findet man allerhand Informationen über die beste Reisezeit für eine Tansania Safari.
  • Die Landessprache ist Swahili, wobei es 125 unterschiedliche Sprachen gibt, welche gesprochen werden. Dabei muss man wissen, dass es mehr als hundert verschiedene Stämme gibt in Tansania, die alle in einem Land zusammenleben.
  • Höchster Berg: In Tansania liegt der höchste Berg Afrikas: Kilimandscharo mit 5.895 Meter. Die Kilimandscharo Besteigung ist möglich!
  • Tansania hat einige UNESCO Weltnaturerbe, wie u.a. den Serengeti-Nationalpark (15.000 km2), das Ngorongoro-Schutzgebiet mit dem Ngorongoro-Krater, den Kilimandscharo-Nationalpark, den Nyerere-Nationalpark (50.000 km2) und den Ruaha-Nationalpark (20.000 km2).
  • Tanzanite ist ein selteren Edelstein mit blau-violetter Farbe, welcher nur in Tansania ausgegraben wird. Es gibt mehrere Tansanite Minen in Tansania. Tanzanite wird oft zu Schmuck verarbeitet.
  • Währung: Tanzanian Shilling (TZS) und USD.
  • Politische Besonderheit: Seit März 2021 gibt es eine Präsidentin, Samia Suluhu Hassan. Im Oktober 2025 wird ein neuer Präsident, eine neue Präsidentin gewählt.

Am nächsten Morgen schaute ich mir zunächst die Mount Meru Game Lodge, wo wir übernachtet haben, genau an. Riesige tropische Bäumen umsäumen die Lodge, und irgendwann entdeckte ich sogar Colobus-Affen (schwarz-weisse Stummelaffen), welche vom Arusha-Nationalpark manchmal zur Lodge rüber schwingen. Die Tansanier dort waren sehr freundlich, nahmen sich alle Zeit der Welt für uns und der Service war ausgezeichnet. Nach dem Frühstück trafen wir dann unseren privaten Guide Ally. Er sollte uns die nächsten 10 Tagen begleiten während unseres Abenteuers, und einen bleibenden Eindruck hinterlassen.

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Im Arusha Nationalpark sah ich dann die ersten Wildtiere, wie Giraffen, Zebras und Gnus. Noch viel mehr zu empfehlen ist jedoch Tarangire Nationalpark. Leider war ich bei meinem ersten Besuch in Tansania nur einen Tag in Tarangire Nationalpark. Bei meinen späteren Besuchen in Tansania habe ich den Tarangire Nationalpark vom Norden bis Süden durchquert, wobei der Süden sich ausserhalb vom Massentourismus befindet. Es ist daher sehr zu empfehlen sich länger im Tarangire Nationalpark aufzuhalten. Dieser ist vor allem bekannt für seine riesigen Elefantenherden, bei denen man die Big Five (Elefant, Rhino, Büffel, Löwe, Leopard) dort treffen kann. Landschaftlich ist es ein traumhafter Park mit riesigen Baobab-Bäumen.  Während meines ernsten Besuchs im Tarangire Nationalpark sah ich eine Elefanten-Mama, welche ein totes Elefantenbaby zur Welt brachte. Sie ließ es jedoch nicht liegen, sondern trug es mit an ihrem Rüssel und würde es noch Tage mit sich tragen, bis sie realisieren würde, dass es nicht lebte. Solche Eindrücke während eines Tansania-Urlaubs sind typisch und prägend und ich werde sie nie vergessen.

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Büffel im Nationalpark
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Vom Tarangire-Nationalpark ging es für uns weiter zum Lake Manyara Nationalpark und zum Ngorongoro-Schutzgebiet. Der Lake Manyara Nationalpark wird grösstenteils durch den See selbst eingenommen. Er ist bekannt für seine vielen Affen, riesigen Elefanten, für viele besondere Vögel und die wunderschöne Landschaft (Grabenbruch – Great Rift Valley).  Man kann am Rande des Lake Manyara übernachten und hat somit eine traumhafte Aussicht auf den afrikanischen Grabenbruch.

Von Lake Manyara fuhren wir weiter und betraten schlussendlich das Ngorongoro Schutzgebiet mit dem Ngorongoro Krater. Vor Millionen von Jahren ist der Ngorongoro Vulkan ausgebrochen, hat die Lava sehr weit gestreut (und somit ist damals die endlose Fläche der Serengeti entstanden) und einen Krater hinterlassen, den heutigen Ngorongoro Krater. Es ist eine Caldera – der Krater ist nicht gefüllt mit Wasser, und somit kann man hinunter.

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Eine tolle Aussicht

Der Ngorongoro Krater ist Heimat von etwa 25.000 Wildtieren: ein spektakuläres UNESCO-Naturerbe. Auf halber Strecke konnte ich eine Pause machen und das Informationszentrum besuchen. Danach fuhren wir steil hinauf zum Kraterrand, von wo aus wir einen ersten Blick ins Innere des Kraters hatten. Dort konnten wir erneut eine Pause einlegen und unsere Beine vertreten. Danach ging es steil hinunter ins Innere des Kraters. Nie werde ich den Anblick vergessen von den unzählichen Wildtieren am Boden des Kraters. Es war einfach unglaublich. Das Mittagessen konnten wir dann noch am Boden des Kraters auf einem Picknickplatz zu uns nehmen, wobei wir auf große Adler aufpassen mussten, welche es auf die Gäste abgesehen hatten und das Brot stehlen wollten. Am Ende des Tages verliessen wir den Krater schlussendlich und fuhren weiter Richtung Serengeti Nationalpark. Vom Kraterrand sind es ein paar Stunden auf einem enorm holperigen Schotterweg bis zum Zentrum des Serengeti.

Der Serengeti Nationalpark ist bekannt für seine Migrationsherde von 1,5 Millionen Gnus, Zebras und Antilopen. Ich selbst sah sie im Zentrum des Serengeti bei meinem damaligen Besuch. Eine schier unendliche Anzahl Gnus streckte sich vor uns aus, so weit das Auge blicken konnte. Erneut Eindrücke, die man so schnell nicht vergisst, aber wobei einem auch klar wird, dass diese Tiermigration eine der seltensten auf der Erde ist, und ständig von uns Menschen unter Druck gesetzt wird durch Massentourismus, dem Bauen von Straßen usw. Zum Glück ist die Migrationsroute damals von Prof Grzimek zum UNESCO Weltnaturerbe ausgerufen worden, und somit ist dieses Gebiet, welches sich teilweise auch bis in Kenia erstreckt, geschützt.

Tansania Geheimtipps für die nördliche Safari Route Tansania

  • Unbedingt zwei Tage Tarangire Nationalpark einplanen und auch den südlichen Teil von Tarangire Nationalpark besuchen. Dabei ist eine Übernachtung in der Tarangire Elefant Lodge am Rande vom Nationalpark zu empfehlen, weil man dort Elefanten sehen kann, die abends bis zur Lodge kommen während dem Abendessen.
  • Der Ngorongoro Krater ist die «Arche Noah» und darf bei einem Tansania Urlaub nicht fehlen. Wichtig sei hier ein sehr guter Touroperator mit guten Jeeps, weil es sehr steil den Kraterwand hinunter geht und es oft zu Unfällen kommen kann. Am besten den Tag zuvor am Rande vom Krater übernachten, so dass man am nächsten Tag früh den Krater hinunter gehen kann.
  • In Januar – März ist die Migrationsherde von Millionen von Gnus und Zebras im Süden von der Serengeti. Dort kann man sehr gut im Ndutu Gebiet (südlicher Serengeti) übernachten und die Geburtswelle erleben.
  • In August – September findet die berühmte «River Crossing» statt, wobei Millionen von Gnus und Zebras einen Fluss überqueren müssen. Diese Zeit ist sehr touristisch, man muss damit rechnen, dass es in diesem Zeitraum viele Touristen gibt, welche dies sehen möchten.
  • Im Zentrum des Serengeti gibt es sowohl eine sehr hohe Löwenpopulation, als auch Leoparden und Cheetahs. Wer also die Raubkatze sehen möchte, sollte ein oder zwei Tagen im Zentrum der Serengeti übernachten.
  • Plane bei deiner Tansania Rundreise auch lokale Aktivitäten ein, wie Wanderungen mit einem Ranger, eine Wanderung durch Mto wa Mbu mit den grossen Bananenplantagen, lokalem tansanischem Essen oder eine Biketour.

Die östliche Tansania Rundreise (Kilimandscharo Nationalpark, Mkomazi Nationalpark, Usambara Gebirge und Amani Naturreservat)

Nachdem ich mit Ally unseren eigenen Touroperator Tanzania Unique Adventures gegründet hatte, war es wichtig auch die anderen Safari-Routen zu durchlaufen, welche wir anbieten wollten. Dabei war unser Ziel, Tansania-Rundreisen ausserhalb vom Massentourismus im Programm zu haben. Ein Jahr später besuchte ich daher Tansania erneut und durchwanderte die östliche Safari-Route von Kilimandscharo über das Usambara-Gebirge nach Tanga am Indischen Ozean. Diese Reiseroute startet ab dem Kilimandscharo Airport und führt zuerst zur Afrika Amini Lodge, eine Lodge gelegen zwischen Arusha Nationalpark und Kilimandscharo Nationalpark, die zu denn Tansania Geheimtipps zählt. Sie befindet sich traumhaft gelegen zwischen Mount Meru (4566 m) und dem Kilimandscharo. Man übernachtet dort in einer Maasai-Hütte, welche mit allem erdenklichen Luxus ausgestattet ist. In dieser Lodge lernte ich die Maasai ausserhalb vom Massentoruismus kennen. Es werden verschiedene Aktivitäten mit den Maasai angeboten, wie zum Beispiel eine Heilpflanzen-Wanderung, Speer werfen, einen ganzen Tag mit den Maasai in einer Boma verbringen und vieles mehr.

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Von der Afrika-Amini-Lodge ging es dann weiter zum Kilimandscharo Nationalpark. Diese Gegend ist sehr bekannt für ihre Kaffee-Plantagen. Ich besuchte eine grosse Kaffee-Plantage, was toll war, da man den ganzen Kaffee-Prozess vom Pflanzen bis zur Ernte, Verarbeitung bis zum Endprodukt Kaffee miterlebt. Am Ende durften wir sogar noch verschiedene Kaffeesorten kosten.

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Danach führte mich meine östliche Tansania-Rundreise zum Mkomazi Nationalpark, Heimat der schwarzen Rhinos ebenfalls zu den Tansania Geheimtipps zählend. Der Mkomazi Nationalpark hat eine unglaubliche Vielfalt an Vögeln und Insekten, und liegt komplett ausserhalb vom Massentourismus. Zu empfehlen sind mindestens zwei Übernachtungen in Mkomazi Wilderness Retreat Lodge, eine traumhaft schöne Lodge, gelegen auf einer Erhöhung, von wo man direkt auf ein Wasserloch schaut. Ich werde auf keinen Fall die tollen Geräusche der unzähligen Insekten und Vögel in der Nacht und am frühen Morgen vergessen, welche man hört.

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Der Besuch bei den schwarzen Rhinos, ein eingezäuntes Gebiet, damit sie nicht von Wilderern gejagt werden können, war sehr spannend. Wir haben uns mit einem Ranger auf die Suche nach den Rhinos begeben und sind kreuz und quer durch den Busch gefahren, bis wir sie schlussendlich fanden. Ziehe also ein Hemd mit langem Ärmel an, wenn du so eine Tour machst! Die Dornen von den Akazien sind sehr scharf.

Und dann folgt als nächster Stopp das Usambara Gebirge. Dieses ist wirklich beeindruckend, und erstreckt sich vom Mkomazi-Nationalpark bis zum indischen Ozean. Diese Gebirgskette ist vor ungefähr 30 Millionen Jahren entstanden, und zählt zu den artenreichsten Regionen der Welt. Die sehr alten (Regen-)Wälder der Usambara-Berge bestehen seit Millionen von Jahren und sind sehr artenreich. Viele Pflanzen- und Tierarten sind endemisch (nur hier zu finden) oder fast endemisch, einige Arten kommen zudem nur in den East- oder nur in den West-Usambara Mountains oder einzelnen Wäldern vor. Hier erlebe ich meine erste Wanderung durch ein Stück Regenwald, wobei man sich wirklich einen Weg durch den Dschungel bahnen muss. Unterwegs begegnen wir Kindern, welche zur Schule gehen und uns folgen. Sie rufen uns zu und winken. Vielen haben noch nie weiße Menschen gesehen, und als ich ein paar Kinder fotografieren möchte, flüchten diese vor Schreck. Einigen schüttele ich die Hand, wobei ich bemerke, dass manch ein Kind nachher seine Hand abwischt. Die Gegend wird nicht oft von Touristen besucht und ist von viel Aberglauben geprägt. Schlussendlich fahren wir weiter zur Küstenstadt Tanga, von wo wir mit einem kleinen Flugzeug nach Sansibar fliegen, für ein paar Tage Badeurlaub.

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Delfine auf Sansibar

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Das Umsambara Gebirge

Meine Tansania Geheimtipps für die östliche Safari-Rundreise

  • Unbedingt einen Kochkurs mit den tansanischen Mamas einplanen bei dieser Rundreise! So lernt man die lokale Bevölkerung besser kennen und man erlebt selbst, wie es ist auf Feuer zu kochen.
  • Ein Besuch bei einer Kaffee-Plantage darf nicht fehlen.
  • Ein paar Tage Mkomazi-Nationalpark ist zu empfehlen. Dabei kann man, wenn das Gras nicht zu hoch ist, mit einem Ranger mehrere Safari-Wanderungen unternehmen.
  • Es gibt Tageswanderungen im Kilimandscharo Nationalpark. Man braucht also nicht komplett zum Gipfel zu steigen!
  • Das Usambara-Gebirge mit seinem Regenwald ist auch empfehlenswert, wobei das Amani Naturreservat – etwas südlicher gelegen – ein Geheimtipp ist. Dort kann man zum Beispiel eine Nachtwanderung mit einer Suche nach Chamäleons unternehmen. Mit Kindern ganz toll!

Natürlich gibt es noch zahlreiche weitere tolle Orte in Tansania sowie weitere Routen, die spannend zu bereisen sind, zum Beispiel im Süden des Landes. Auch über diese Rundreisen könnt ihr euch natürlich bei Tanzania Unique Adventures informieren. Mayra hilft euch gerne weiter.

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