Ein erfolgreicher Blog – wie viel Arbeit steckt dahinter?

„Bloggen ist doch ein nettes Hobby“ – Aussagen wie diese höre ich immer wieder. Und für viele Blogger mag das auch stimmen. Doch ist nicht jeder ein Hobby-Blogger, der ein paar Stunden die Woche investiert, wobei das natürlich völlig ok ist. Viele von uns jedoch, und ich zähle mich auch dazu, sehen ihren Blog als ihre Arbeit an. Mittlerweile, nach etwas mehr als eineinhalb Jahren, stammt ungefähr die Hälfte meiner monatlichen Einnahmen aus meinem Blog oder Aufträgen, die ich durch „So nah und so fern“ bekommen habe. Doch ein erfolgreicher Blog kommt definitiv nicht von allein. Als allererstes muss die bedingungslose Leidenschaft da sein. Wenn ich nicht zu 110% hinter dem stehen würde, was ich mache, wäre mein Blog nicht da, wo er heute ist. Ich habe noch nie auch nur eine Sekunde daran gezweifelt, dass es genau die Arbeit ist, die ich machen will. NIE! Auch wenn es oftmals sehr anstrengend ist.

Denn wer nach so kurzer Zeit mit seinem Blog Erfolg haben möchte, muss auch dementsprechend viel Arbeit investieren. Bei mir sind es im Durchschnitt gut 30 Stunden die Woche, neben meinem Job als Sprachdozentin, der zu Hochzeiten im Sommer auch noch etwa 28 Stunden einnimmt . Wie sich die Stunden meiner Blog-Arbeit zusammensetzen und  welche Arbeiten eigentlich anfallen, das habe ich hier einmal für euch aufgeschrieben.

Ein erfolgreicher Blog kostet viel Arbeit – zum Glück kann man sich zumindest einen schönen Arbeitsplatz aussuchen

Ein erfolgreicher Blog – die Aufgaben

Beiträge schreiben

Die Grundlage eines Blogs sind natürlich die Texte, ohne die nichts ginge. Zum Glück fiel mir schreiben schon immer leicht. Ich habe die Gabe „einfach drauf los“ schreiben zu können. Trotzdem braucht ein guter Text natürlich auch bei mir seine Zeit, zumal ich ihn am Ende ja auch noch korrekturlesen muss, manchmal auch zweimal. Mittlerweile habe ich zwei Assistentinnen, die mir einiges an Schreibarbeit abnehmen und auch veröffentliche ich immer wieder Gastartikel von anderen Bloggern. Ich selbst schreibe also pro Woche „nur noch“ ca. 1-2 Artikel. Aber natürlich gilt es die von anderen geschriebenen Artikel auch noch zu korrigieren. Da kommt dann auch schnell wieder einiges zusammen.

Wochenstunden Beiräge schreiben und korrigieren: 6 Stunden (reines schreiben, ohne Bilder etc.)

Fotos machen und bearbeiten

Tja, die Sache mit den Fotos. Anfangs habe ich mit ziemlich schwer getan mit dem Fotografieren. Zwar habe ich ein Talent dafür gute Motive zu entdecken, aber man muss ja auch ein wenig von der Technik verstehen und zudem das richtige Equipment haben. Mittlerweile fällt mir das Fotografieren wesentlich leichter und je besser ich werde, desto mehr Spaß macht es mir auch. Denn wenn ich mir meine gut gewordenen Bilder anschaue, erfüllt mich schon oft der Stolz. Was ich nach wie vor nicht gerne mache, das ist das Bearbeiten der Bilder. Ich muss mich immer dazu zwingen, doch ohne geht es nicht, wenn man wirklich qualitative Bilder auf dem Blog haben will. Und das sollte jeder wollen ;-).

Das nächste wäre noch, dass ja auch gute Bilder von mir existieren müssen. Model war nun wahrlich nie mein Traumberuf, ganz einfach weil ich nicht besonders gern fotografiert werde. Also sind die Fotosessions, die zwischendurch immer mal wieder anstehen, wirklich Arbeit für mich. Das was dann am Ende auf den Bildern idealerweise leicht und beschwingt aussieht, ist pure Anstrengung. Allerdings hängt es auch stark davon ab, wer mich fotografiert. Wenn ich die Person einigermaßen gut kenne, dann bin ich normalerweise auch entspannter.

Was im Ergebnis aussieht wie ein spontaner Schnappschuss, ist in Wirklichkeit Arbeit. Jedoch hatte ich Anika von nikes herz tanzt als Fotografin und mit ihr macht selbst das Posen Spaß

Wochenstunden Fotos: 6 Stunden

Internet-Kommunikation und Telefonate

Ich habe das große Glück, dass ich echt gerne Emails schreibe. Natürlich nicht immer und in jedem Moment, aber zumeist macht es mir Spaß. Und das ist wirklich ein Vorteil was das Pflegen von PR-Kontakten, Delegieren, u.ä. angeht. Gerade für das Absprechen von Kooperationen ist Email-Kommunikation natürlich sehr wichtig. Zum einen bekomme ich regelmäßig Anfragen, die es zu beantworten gilt. Und zum anderen verschicke ich auch so einige. Dabei müsst ihr natürlich auch bedenken, dass nicht jede Anfrage von Erfolg gekrönt ist und für manche Kooperationsideen diverse gestellt werden müssen. Und auch wenn man sich auf die Zusammenarbeit geeinigt hat, so folgen natürlich noch zahlreiche Email, um alles genau abzusprechen. Manchmal wird auch telefoniert, vornehmlich mit deutschen Firmen, da das im Endeffekt meist doch schneller und effektiver ist. Manchmal kommuniziere ich auch via Facebook-Chat – vor allem mit anderen Bloggern, wenn es um Gastbeiträge geht.

Wochenstunden Kommunikation: 7 Stunden

Social Media

Bei den Social-Media-Kanälen bin ich sehr zwiegespalten. Aktuell benutze ich zur Vermarktung meines Blogs Facebook und Instagram sehr aktiv. Und das ist richtig viel Arbeit, wenn man es gut machen will. Facebook habe ich schon privat ausgiebig betrieben und dieses Soziale Netzwerk macht mir Spaß. Hier poste ich jeden Tag (außer samstags, weil da die Menschen mit anderem beschäftigt sind) einen Beitrag, like und kommentiere bei anderen Bloggern (um meine Wertschätzung zu zeigen, aber auch um neue Follower zu generieren) und bin ich diversen Gruppen aktiv, u.a. um dort meine Blogbeiräge vorzustellen.

Instagram dagegen habe ich nur für den Blog gestartet und privat würde ich es nicht nutzen. Einfach weil mir die Texte fehlen und die Möglichkeit auf Links zu klicken. Es geht also primär „nur“ um Bilder. Trotzdem bin ich auch dort sehr aktiv und poste so gut wie jeden Tag. Denn ich weiß, dass Instagram aktuell sehr wichtig ist. Ein guter Insta-Feed hilft mir maßgeblich beim Eingehen von Kooperationen und generiert einen Teil meiner Blogaufrufe. Damit es auf dem Profil „voran geht“, also neue Follower dazu kommen, kommentiert und viel geliked wird, reicht es aber nicht Bilder zu posten. Nein, man muss auch regelmäßig bei anderen liken und kommentieren. Ich sehe das einfach als Arbeit, zu der ich mich zwinge. Als ich beispielsweise am letzten Wochenende eine gute Freundin besucht hatte, fragte sie mich irgendwann, ob ich süchtig nach Instagram sei. Ganz einfach weil sie immer wieder sah, wie ich zwischendurch mein Handy rausholte und auf Insta geliked habe. „Ganz und gar nicht“ habe ich ihr erklärt, denn ich habe nicht mal Spaß an Insta, doch es ist halt Teil meiner Arbeit und die will ich so gut wie möglich machen.

Wochenstunden Social Media: 10 Stunden

Andere Blogs sichten

Um Inspiration zu bekommen, auf neue Ideen gebracht zu werden, ist es unerlässlich sich auch immer wieder durch andere Blogs zu klicken, zu gucken, was die Kolleginnen so machen. Ich habe ein paar Blogs, die mir besonders gut gefallen und die ich regelmäßig verfolge, doch auch das Entdecken und Sichten von Newcomer-Blogs finde ich sehr wichtig. Regelmäßig andere Blogs mit ähnlichen Thematiken zu verfolgen ist wie eine dauerhafte Fortbildung.

Wochenstunden für das Lesen anderer Blogs: 3 Stunden

INSGESAMT: 32 Wochenstunden

Arbeiten, die via Outsourcing erledigt werden

Und dann gibt es noch weitere Aufgaben, die ich outgesourt habe und die somit noch nicht mal in dieser Auflistung mit drin sind. So macht eigentlich alles, was mit Technik und Layout zu tun hat, meine Kollegin Denise. Denn ich bin, was diesen Bereich angeht, nicht besonders begabt und vor allem nicht interessiert. Wofür ich viele Stunden brauchen würde, dafür benötigt sie vielleicht ein Viertel der Zeit. Natürlich kostet es mich Geld, doch im Endeffekt rentiert es sich allemal, da ich in der eingesparten Zeit meine anderen Arbeiten erledigen kann. Wer also seinen Blog auf Dauer vergrößern möchte und das Fernziel hat seinen Lebensunterhalt mit der Seite zu bestreiten, dem kann ich nur unbedingt dazu raten, einiges via Outsourcing erledigen zu lassen. Nur so wird der Blog dauerhaft ein erfolgreicher Blog.

 

Übrigens habe ich gerade meinen zweiten Blog gelauncht – So nah und so fern Beauty. Wie viel Arbeit nun insgesamt auf mich zukommen wird, dass kann ich noch nicht absehen, aber auch für mein neues Blogprojekt gilt, dass es ein Herzenswunsch war und ich voll und ganz dahinterstehe. Ihr könnt übrigens in den kommenden zwei Wochen einiges gewinnen auf der Seite. Und einen Facebook– und Instagram-Kanal gibt es natürlich auch schon. Ihr wisst ja, ich freue mich über jeden neuen Follower!

10 Kommentare

  1. Hey,
    das ist ein sehr schöner und auch ehrlicher Beitrag. Mir selbst macht bloggen. Stürmisch auch viel Spaß, jedoch ist es viel Arbeit der ich aufgrund meines Studiums oft nicht nachkommen kann. Das macht mich dann immer traurig, weil ich mir das doch alles anders vorgestellt habe aber so ist es nun einmal. Als Reise und Festival Blogger musste ich nun auch mit ungeahnten Problemen rechnen. Wenn man bei einer langen Reise nicht direkt die Arbeit macht, alles aufzuschreiben, wird es schwer im Nachhinein alles nachzubestellen. Das heißt für mich in jedem Urlaub auch mal am PC oder Handy Blogbeiträge schreiben. Und die Festivals, da trinkt man gerne auch mal mehr und dann hat man alles vergessen. Worüber schreibe ich dann? Haha vor allem ist man danach erstmal zwei Tage kaputt und will nur chillen aber nichts da, der Blogbeitrag muss online gehen. Nicht immer einfach :/
    Liebe Grüße
    Jessi von ICA|KGL Travel & Festival Stories
    http://icakgl.wordpress.com
    Fb: @icakgl

    • Danke Jessi, interessanter Kommentar. Während meiner Reisen schaffe ich es eigentlich nir den Artikel direkt zu schreiben, vor allem bei Pressereisen, die immer voll mit Programm sind. Ich mache währenddessen nur Social Media Posts und sammle ein paar Notizen. Aber du hast Recht, am besten wäre es, alles direkt aufzuschreiben, nur zeitlich nicht immer ganz realistisch 🙁

  2. Hallo 🙂 das ist eine tolle Zusammenfassung. Sehr ehrlich geschrieben!
    Wir haben selbst erst vor einer Woche mit unserem Blog gestartet und man glaubt echt nicht, wie viel Zeit man dafür benötigt. Ich glaube auch immer, dass es zu wenig ist oder, dass ich etwas falsch oder nicht gut genug mache. Dabei sollte es ja wirklich von Herzen kommen und da gibt es keine Regel wie es auszusehen hat. Aber Arbeit steckt dennoch genug dahinter. Ich glaub mehr als ein fulltime-Job 😅

    Ganz liebe Grüße und nochmals Danke für die tolle Zusammenfassung- mir als ‚Neuling‘ hat es geholfen 🙂
    Gglg Alexa von Herzerlblog

    • Oh ja, dieses Gefühl etwas nicht gut genug zu machen, oder aber einfach noch mehr machen zu können kenne ich nur zu gut. Denn ein Blog ist ja nicht fertig. Theoretisch kann man immer noch etwas zur Optimierung tun. Ich finde es auch nach wie vor nicht leicht, mir selbst da meine Grenzen zu setzen, zumal es ja mein eigenes „Baby“ ist und die Arbeit mir auch so viel Spaß macht. Ganz viel Erfolg mit eurem neuen Blog. LG, Katharina

  3. Hey, ein toller Beitrag. Ich bin auch vor ein paar Monaten mit einem Blog gestartet. Allerdings musste ich ihn zwischenzeitlich auf Eis legen, da derzeit die Klausuren anstehen und ich nebenbei auch noch arbeiten muss.
    Auch wenn mein Blog bisher nicht viele Besucher hatte, war ich erstaunt und gleichzeitig überglücklich über das positive Feedback meiner Freunde. Das motiviert auf jeden Fall, sich demnächst wieder die Zeit dafür zu nehmen. Aber wie du schon sagst, ist es eg ein Fulltime-Job. Vor allem wenn man das Layout und co auch selbst betreut.
    Darf ich einmal fragen, in welchem Zeitraum du dich mit deinem Blog so gut entwickelt hast und wie viel du mittlerweile damit verdienst?
    LG

    • Hi Mandy, ganz lieben Dank für deinen Kommentar. Gestartet habe ich den Blog im November 2015 und mittlerweile ist der Verdienst so, dass damit etwa die Miete und Versicherungen decken kann. Ansonsten arbeite ich noch als freiberufliche Dozentin für Deutsch als Fremdsprache. LG

  4. liebe Katharina,

    vielen Dank für diesen ehrlichen Artikel – da bin ich dann doch gleich wieder sehr froh, dass das Bloggen bei mir eher ein kleiner Teil meines Onlinebusiness ist und nicht meine Haupttätigkeit 😉

    Herzlichen Glückwunsch auf jeden Fall und alles Gute auch für den 2. Blog!

    viele Grüße aus Frankreich,
    Sonia

  5. Sehr schöner und ehrlicher Beitrag!!
    Wir (Anika, Annika und Joyce) sind gerade auch dabei, unseren gemeinsamen Blog zu gestalten und mit Inhalten zu füllen. Das ist wirklich seeeehr viel Arbeit. Auch wenn wir wussten, dass viel Arbeit auf uns zukommt, ist es manchmal schon fast erschlagend, wieviele Dinge man beachten muss – und dann braucht man ja auch noch Leser 😀
    Aber es macht Spaß und ich finde, dass man viele Dinge im Alltag viel bewusster wahrnimmt wenn man bloggt.
    Liebe Grüße,
    Annika

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