Winterurlaub im Pitztal in Österreich

Leider bin ich selbst ja absolut keine Wintersportlerin (ok, eigentlich gar keine Sportlerin 😉 ). Einmal war ich skifahren und hatte am dritten Tag eine Gehirnerschütterung und außerdem selbt an der kleinsten Anfängerpiste Höhenangst. Wie gut also, dass es andere Bloggerinnen gibt, die gerne von ihren positiven Erfahrungen in den winterlichen Bergen berichten. Wie Doris, die schonmal einen Gastbeitrag für mich über Soma Bay in Ägypten geschrieben hatte. Doris ist Österreicherin und ein Kind der Berge, was man ihren Worten auch immer wieder anmerkt. Aber ach, lest ihr Liebesbekenntnis am besten einfach selbst.

Winterurlaub der besonderen Art in Österreich: Als erster auf den Pisten im Pitztal

Das Pitztal ist ein besonderes Tal in Tirol in Österreich. Es wird als das Dach von Tirol bezeichnet. Warum? Weil hier das höchste Schigebiet von Österreich beheimatet ist. 3.440 Meter hoch. Das Pitztal gilt als das schneesicherste Schigebiet von Österreich. Auch von Deutschland aus ist es gut und leicht erreichbar. Über den Fernpass nach Imst und dann weiter rein ins Tal. Wer so wie ich in den Alpen aufgewachsen ist, für den sollte die wunderschöne Bergkulisse eigentlich etwas Gewohntes sein, allerdings habe ich im Pitztal etwas Spezielles erlebt, was sogar für mich als Österreicherin, als Berg-Ureinwohnerin etwas ganz, ganz Besonderes war. Lasst mich erzählen…

Wie viele von euch Winterurlaubern wissen, werden seit einigen Jahren unsere Pisten nur mehr in der Nacht präpariert. Warum? Ja, weil es einfach in der Vergangenheit zu vielen Unfällen gekommen ist, habe ich mir sagen lassen, weil viele einfach zu nahe der Pistenraupe  hinterhergefahren sind. Diese macht halt feinsten Schnee zum Fahren, und das haben halt viele genutzt. Dadurch, dass die Pistenraupen nur mehr nachts fahren, hat man nur ganz früh morgens auf der Piste traumhafte Schneeverhältnisse, bis sich spätestens mittags auf Grund der vielen Schifahrer der Schnee zu unguten „Haufen“ zusammenschiebt.

Pitztal

Was für eine wahnsinnig schöne Winterlandschaft

Die ersten Spuren in den weichen Schnee ziehen auf der Piste – vor allen anderen

Die Pitztaler allerdings haben sich was Besonderes überlegt. Üblicherweise machen die Liftanlagen um 9:00 Uhr auf. Allerdings, wenn man eine Morgenrunde bucht, dann kann man bereits mit wenigen Auserwählten die Pisten schon um 07:30 befahren. Das heißt auf frischpräparierten Pisten und menschenleeren Hängen kann man als Erster seine Spuren in den weichen Pulverschnee ziehen. Ich habe mir das selbst angeschaut und ganz ehrlich: mir standen Tränen in den Augen, weil‘s so schön war.

Zusammen mit dem Ex-Schirennläufer, 2-fachen Olympiasieger und 3fachen Schi-Weltmeister Benni Raich konnte ich die Morgenrunde testen. Um 07:30 haben wir uns bei der Talstation bei einem heißen Morgenkaffee und einem Croissant getroffen, bevor wir in die Seilbahn eingestiegen sind. Die Seilbahn-Anlage wurde extra für unsere Runde früher geöffnet. Angekommen auf 2.000 Höhenmetern wusste ich, dass nun 40 Pistenkilometer, frisch präpariert und menschenleer, vor mir liegen werden.

Doris und Benny

Der perfekte Schitag – vor allen anderen auf der Piste

Es zeichnet sich ein perfekter Schitag am Himmel ab. Es ist eiskalt, und der Himmel ist klar. Zwar ist es schon hell, aber die Sonne muss noch aufgehen. Ich bin kribbelig und aufgeregt. Ich weiß jetzt schon, ich werde ein unglaubliches Bergpanorama haben. Auch bin ich müde, da ich schlecht geschlafen habe. Zu viele Gedanken sind mir durch den Kopf gegangen. Gedanken wie: ob ich Benni Raich und der Gruppe mit meinem schifahrerischen Können nachkomme? Schaff ich das? Zu dem Zeitpunkt weiß ich noch nicht, dass all meine Sorgen unbegründet sein werden.

Das Bergpanorama ist atemberaubend schön: der Schnee, das Blau des Himmels und die aufgehende Sonne, die ein rosa Licht auf die Bergspitzen wirft. Ich kann euch gar nicht sagen, wie sentimental man dann plötzlich, vielleicht besonders als Österreicherin, wird. Ich bin unendlich dankbar, Zeugin dieses Naturspektakels zu sein. Benni Raich scherzt und meint: „So was gibt Kraft, gell. Die Berge und so.“ Tja, und ich kann ihm nur zustimmen. Er ist ja selbst ein Pitztaler, und die Pisten des Hochzeigers sind sein Heimat-Schigebiet.

Ich mache den ersten Schwung, und er ist wie Butter – so geschmeidig und einfach. Der Wind bläst mir ins Gesicht, während ich die nächsten Schwünge ansetze. Ich könnte fast schreien vor Glück, weil‘s so schön ist. Schon ist der erste Hang hinter mir, und wir warten wieder als Gruppe zusammen. Benni Raich selbst nehme ich dann leider bei dem Schifahren nicht so wahr, da ich mit meinem Glück und der traumhaften Morgenstimmung zu sehr beschäftigt bin.

Es geht weiter. Die Sonne ist nun ganz raus und der Schnee glitzert mit ihr um die Wette. Wir fahren, und auch Benni Raich zieht dann mal an uns vorbei. Wir fahren nochmals mit dem Sessellift hoch, fahren noch ein paar Abfahrten und schon sind die 1,5 Stunden um. Während ich dann zur Mittelstation zum Frühstücken fahre, grinse ich über das ganze Gesicht. Schön langsam fangen sich die Pisten zu füllen an, jedoch ist es definitiv noch frühmorgens. Ein kompletter Schitag mit Kaiserwetter steht mir noch bevor.

Pitztal

Stärkung nach dem Sport

Wollt ihr auch mal so eine Morgenrunde erleben?

Auch ihr könnt sowas erleben, wenn ihr wollt.

Das Angebot ist von Januar bis März immer für mittwochs buchbar, beim Tourismusverband Pitztal und kostet 49 EUR pro Person. Ich kann es wirklich, wirklich empfehlen. Ich fahre schon seit meiner Kindheit Schi, aber dieses Erlebnis der erste zu sein, um Spuren in den frisch präparierten Schnee zu setzen, ist etwas ganz Besonderes. Wenn ihr also Urlaub, Kurzurlaub im Pitztal macht, fast ein Pflicht-Termin. Wichtig ist allerdings: ihr solltet soweit Schifahren können, dass ihr problemlos jede Piste fahren könnt.

 

Autorenprofil

Doris aus Österreich, Oberösterreich, in Linz lebend. 35+, realistische erfolgreiche Träumerin, Entdeckerin und nicht auf den Mund gefallene feinfühlige Lady vom Dienst. Auf ihrem Lebens- und Erfahrungsblog Doris World zeigt sie ihre Fotos und dokumentiert sie und berichtet seit 2014 mit viel Herzblut über alles, was mit einem glücklichen, naturverbundenen, nachhaltigen, individuellen und genussvollen Leben zu tun hat. Ihre Zielgruppe sind berufstätige Frauen, die mehr vom Leben wollen. Die Themen: Leben | Fitness (Wandern, Kraftsport) | Reisen | Outdoor | Genuss.

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