Reisen mit Kind – Eva und Miriam

Reisen mit Kind – ein Thema, bei dem ich keine Expertin bin, welches ich aber trotzdem extrem spannend finde. Umso mehr habe ich mich gefreut, als Eva mir angeboten hat, einen Gastbeitrag über die Reisen mit ihrer Tochter Miriam zu schreiben. Die beiden wohnen übrigens in Nepal und über die gemeinsamen Reisen schreibt Eva auf ihrem Blog 2 Unterwegs.

Ich bin schon so lange ich denken kann viel gereist, und seitdem ich mir das selber aussuchen konnte auch gerne allein. Mir hat es immer gut gefallen, dass ich selbst das Tempo bestimmen konnte, mich mit niemandem abstimmen musste, beispielsweise um ein Restaurant auszusuchen und dass ich unterwegs viele Leute kennengelernt habe. Natürlich gab es dann auch einige einsame Abende, aber unterm Strich habe ich fast immer gute Erfahrungen gemacht. Seit 2010 ist es jetzt mit dem Alleinereisen aus, mein neuer Reisepartner ist mittlerweile sechs Jahre alt und begleitet mich auf allen Touren. Direkt nach der Geburt meiner Tochter dachte ich, dass ich auf Reisen erst mal verzichten müsste, aber schon nach kurzer Zeit habe ich festgestellt, dass sich da wohl doch meine Gene durchgesetzt haben und ich ein Reisebaby habe. Aber was ist beim Reisen mit Kind eigentlich anders?

Reisen mit Kind – Vorbereitung

Eine Sache, die sich definitiv geändert hat, ist die Vorbereitung von Reisen. Früher habe ich mir da wenig Gedanken gemacht, bin meistens einfach los und habe mir vor Ort eine Unterkunft gesucht. Ich erinnere mich an einige Nächte, in denen ich bis spät um die Häuser gezogen bin, um ein Hotel zu finden, weil ich nicht gebucht hatte. Fand ich damals nicht schlimm, aber jetzt wäre das natürlich eine Horrorvorstellung. Das heißt ich buche jetzt meistens wenigstens die erste Nacht in einem neuen Reiseziel und verschaffe mir schon mal ungefähr eine Vorstellung, was wir denn unternehmen könnten. Auch wenn mich das natürlich manchmal ein wenig einschränkt, hat es natürlich auch Vorteile, da ich von Anfang an besser weiß, was auf mich bzw. uns zukommt.

Eva mit Tochter2

Eva mit ihrer Tochter in NY

Reisen mit Kind – Unternehmungen

Natürlich hat sich das Spektrum der Dinge, die ich machen kann ein wenig geändert. Ich lebe zum Beispiel seit vier Jahren in Nepal, habe aber noch nicht einmal eine längere Trekkingtour gemacht. Wäre ich allein hier, wäre ich wahrscheinlich jedes Wochenende unterwegs in den Bergen, aber extreme Höhen und anstrengende Wandertouren sind nicht unbedingt das, was sich meine Tochter unter Entspannung vorstellt. Je älter sie wird, desto mehr unternehmen wir in dieser Richtung, aber eben etwas gemäßigter.

Dafür kommen andere Dinge dazu, die ich früher nie gemacht habe. Seitdem meine Tochter mit mir unterwegs ist, gehen wir viel öfters schwimmen und entdecken so auch tolle Orte, an die ich sonst niemals gekommen wäre. Und viele Unternehmungen, von denen ich am Anfang dachte ich müsste sie streichen gehen dann doch. Dieses Jahr in Mexiko waren wir zum Beispiel zusammen schnorcheln, entweder saß Miriam auf meinem Rücken, oder sie hatte eine Schwimmweste an. Hat super geklappt, und gemeinsam haben wir noch mehr entdeckt!

Eva mit Tochter3

Auf Reisen mit Kind sind die Aktivitäten anders, aber nicht weniger spannend

Reisen mit Kind – Wie viele Risiken gehe ich ein?

Was ich definitiv jetzt anders mache ist der Umgang mit Risiken. Als ich allein gereist bin, war ich auch nur allein für mich verantwortlich. Ich hatte immer das Gefühl, dass ich gut abschätzen kann, welche Risiken ich eingehen möchte und kann. Drei Tage krank im Hotelzimmer ohne zum Arzt zu gehen – wird schon alleine besser werden. Nachts durch dunkle Straßen laufen – mir wird schon nichts passieren. Eine Trekkingtour allein durch den Dschungel – dann muss ich eben im großen Bogen um die Schlange rumlaufen. Sowas würde ich mit Miriam gemeinsam nie mehr machen, mittlerweile ist es mir schon sehr wichtig zu wissen, wo der nächste Arzt ist und wie schnell ich den erreichen kann. Wilde Tiere umgehe ich jetzt lieber, als es auf eine Konfrontation ankommen zu lassen und auch nachts steige ich dann eher ins Taxi, als zu versuchen die zwei Dollar zu sparen. Vielleicht ist das aber auch einfach das Alter.

Reisen mit Kind – Leute kennenlernen

Was ich früher immer besonders toll am Alleinereisen fand, das war, dass man so leicht andere Reisende kennenlernen konnte. Im Hostel oder Restaurant ging es immer ganz schnell, ein Blick, beide den gleichen Reiseführer, und schon hatte man einen Reisegefährten für den nächsten Ausflug. Das ist jetzt natürlich anders, mein Blick geht jetzt vor allem auf Miriam und nicht mehr nach außen. Auch bin ich für andere Alleinreisende nicht mehr so „interessant“, oft wird direkt unterstellt ich würde in einer Gruppe oder wenigstens mit einem Partner reisen. Außerdem gehen die Interessen dann doch manchmal auseinander. Auch wenn ich mit Miriam wandern gehe, so läuft sie natürlich in einem anderen Tempo und hat andere Bedürfnisse. Und abends tanzen im Club geht eben leider auch nicht mehr.

Tochter Eva

Reisen mit Kind will Eva nicht mehr missen

Dafür lernen wir aber ganz andere Menschen kennen, beziehungsweise Miriam lernt andere Menschen kennen. Vor allem bei den Einheimischen kann sie schnell Verbindungen knüpfen, wenn andere Kinder da sind geht es dann nochmal schneller. Ich kann gar nicht zählen, in wie viele Häuser und zu wie vielen Feiern wir schon eingeladen wurden, weil Miriam am Strand ein einheimisches Kind kennengelernt hat oder sich im Restaurant so gut mit der Kellnerin verstanden hat. Man bekommt einen ganz anderen Eindruck in die Kultur, da man oft nicht als Tourist, sondern eben als Mutter gesehen wird und dann auch anders behandelt wird.

Reisen mit Kind – Fazit

Zu sagen, welche Art von Reisen mir besser gefällt, fällt mir ehrlich gesagt sehr schwer. Alleinereisen war toll und erfüllend, aber jetzt ist meine Situation eben anders. Ich habe dazu noch das unglaubliche Glück, dass Miriam mir im Bezug auf das Reisen sehr ähnlich ist, und es ihr viel Spaß macht, so dass wir diese tollen Momente nun teilen können. Und ich muss sagen, dass ihre Verbindung zu mir viel intensiver ist, wenn wir reisen, weil wir dann wirklich alle Erlebnisse teilen. Wenn sie älter wird, werde ich bestimmt auch mal wieder alleine losziehen, aber die wundervolle Zeit gemeinsam unterwegs in ihren jungen Jahren wird uns immer bleiben. Und das tollste ist: Sie plant schon das gleiche für ihre Kinder. Auf einer Wanderung in Kanada vor ein paar Wochen hat sie zu mir gesagt: „Mama, kannst du bitte meinen Tragerucksack aufbewahren? Wenn ich später ein Kind habe, möchte ich auch mit ihm reisen und wandern, solange es noch ganz klein ist!“

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