Leben als digitale Nomaden: Was muss ich beachten?

Von überall aus auf der Welt leben und arbeiten zu können – für viele ist das ein Traum, jedoch wissen sie nicht, wie sie ihn umsetzen sollen. Auch schon vor Covid gab es so manch eine Hürde zu meistern, jetzt ist es noch einmal komplizierter geworden. Doch keinesfalls unmöglich. Ich selbst habe für mich ziemlich schnell gemerkt, dass ich wahrscheinlich nie eine komplette digitale Nomadin sein möchte, also eine Person ohne festen Wohnsitz, die dauerhaft von Ort zu Ort reist. Das Leben einer Halb-Nomadin, also eine Base zu haben, wo sich mein Hab und Gut befindet, und trotzdem mehrere Monate im Jahr auf Reisen zu sein: So habe ich mein Leben eine Weile gelebt und so strebe ich es für die Zukunft auch wieder an.

Ortsunabhängig digitale nomaden
Frei von überall aus arbeiten können

Falls auch ihr mit dem Leben als digitaler Nomade, oder nennen wir es einfach mit einem ortsungebundenen Leben, liebäugelt, so ist dieser Artikel das Richtige für euch, denn im Folgenden erkläre ich euch Schritt für Schritt, worauf ihr achten müsst.

Leben als digitale Nomaden: Als was will ich arbeiten?

Die erste Frage, die sich natürlich unweigerlich stellt: Wovon will ich leben? Solltest du aktuell ohnehin schon eine Arbeit haben, der du ortsunabhängig nachgehen kannst, du musst du dich dies natürlich nicht fragen. Ansonsten solltest du in dich gehen und überlegen, welche Tätigkeiten für dich infrage kommen. Durch die Pandemie ist immerhin ein Vorteil entstanden: Unsere Arbeitswelt ist flexibler geworden und das ortsunabhängige Arbeiten wird jetzt weit mehr akzeptiert als davor. Besonders merke ich es bei meiner Arbeit als Dozentin für Deutsch als Fremdsprache. Online-Sprachkurse waren nur ein kleiner Zweig und ziemlich schlecht bezahlt, jetzt läuft plötzlich der gesamte Unterricht online und es wird nicht mehr als minderwertigere Arbeit angesehen.

Doch zurück zu der Ausgangsfrage: Was kannst DU arbeiten? Bereiche, die mir persönlich als erstes einfallen sind zum Beispiel: Unterricht, Seminare, Coachings, schreiben, übersetzen, IT, E-Commerce, Social-Media-Management, uvw. Das Betätigungsfeld ist groß und wächst stetig.

Hier noch ein paar Links mit weiteren Ideen:

10 Jobs für digitale Nomaden

Digitale Nomaden Jobs

Arbeit am Laptop im Cafe

Die besten Orte für digitale Nomaden

Wenn du eine Arbeit hast, die du ortsunabhängig machen kannst, so bleibt natürlich trotzdem noch die Frage, wie viel du letzten Endes verdienst und wo du dir ein Leben als digitaler Nomade damit leisten kannst. Sagen wir es mal so: Länder mit Lebenshaltungskosten wie es sie in der Schweiz oder Norwegen gibt, sind vielleicht nicht die idealen Nomaden-Hotspots. Denn, je erschwinglicher die Lebenshaltungskosten vor Ort sind, desto weniger musst du natürlich verdienen, bzw. kannst dir auch mal etwas zurücklegen. Trotzdem kannst du dich natürlich nur in einem Land aufhalten, wo eine relativ gute technische Infrastruktur besteht. Beispielsweise habe ich mal einen Monat in Ägypten als digitale Nomadin verbracht, wo das Internet wirklich schlecht und instabil ist. Das ist natürlich auch alles andere als eine ideale Ausgangslage.

Wenn du dich entscheiden willst, wo es für dich als erstes hingehen soll, recherchiere am besten nach den Lebenshaltungskosten vor Ort, aber auch nach der Stabilität des Internets. Hier habe ich noch ein paar Blogartikel für euch verlinkt, in denen euch Digitale-Nomaden-Hotspots empfohlen werden:

6 Digitale Nomaden Hotspots

Die besten Reiseziele für digitale Nomaden

Thailand digitale nomaden
Blick über Bangkok: Thailand war lange Hotspot für digitale Nomaden

Wohnung behalten oder alles aufgeben?

Auch für dich stellt sich vielleicht die Frage: kompletter digitaler Nomade oder “nur” Halb-Nomade? Im ersten Fall müsstest du natürlich deine Wohnung auflösen, alles verschenken und verkaufen und ganz eventuell etwas einlagern, wenn es Dinge gibt, die du keinesfalls weggeben möchtest. Der Vorteil ist, dass du dann frei von Ballast bist. Ich selbst liebe Dinge wohl doch zu sehr, um alles weggeben zu können. Meine Sammlung an schönen Kleidern komplett auflösen? Nein, ich kann es mir einfach nicht vorstellen. Wenn du beschließt, dass du weiterhin eine Wohnung in Deutschland haben möchtest, so gibt es folgendes zu beachten:

  • die Wohnung sollte nicht zu groß (teuer) sein
  • kläre mit dem Vermieter ab, ob es möglich ist, die Wohnung zwischen zu vermieten
  • planst du letzteres, so reduziere dein Hab und Gut auf ein Minimum

Digitale Nomaden: die richtige Krankenversicherung

Ganz klar ist: Ohne eine gültige und gute Krankenversicherung solltest du nirgends hin reisen. Nun ist es aber so, dass du als digitaler Nomade, wenn du mehrere Monate am Stück unterwegs bist, in die gleiche Kategorie fällst, wie sogenannte Expats. In diesem Fall hilft dir eine normale Reise-Krankenversicherung NICHT, sondern du brauchst eine spezielle Expat-Krankenversicherung. Hier kann ich euch die Auslandskrankenversicherung von Foyer Global Health ans Herz legen, die sich speziell an Expats, digitale Nomaden und Selbstständige richtet. Ihr könnt euch bei Foyer Global Health auch einfach unverbindlich ein Angebot erstellen lassen.

Auf jeden Fall ist es super wichtig richtig versichert zu sein, denn viel zu oft habe ich es schon selbst erlebt, dass ich mir auf Reisen plötzlich Sorgen machen musste, ob man Krankenversicherungsschutz überhaupt passt und noch aktiv ist. Und gerade heutzutage, in Zeiten einer Pandemie, ist es natürlich umso wichtiger.

Kontakte knüpfen, aber wie und wo?

Wer alleine als digitaler Nomade leben und reisen will, sorgt sich vielleicht um das Thema Einsamkeit. Doch das ist eigentlich völlig unnötig, zumindest wenn es um generelle Kontakte geht. Es gibt vielfältige Möglichkeiten andere Langzeitreisende unterwegs kennenzulernen. Hier seien nur ein paar Beispiele genannt:

  • Coworking-Spaces: Fast jede Großstadt hat mittlerweile Coworking-Spaces, Arbeitsräume, die speziell auf ortsunabhängig arbeitende Menschen ausgerichtet sind. Hier kann man sich teilweise auch für kurze Zeiten einmieten, u.a. monatsweise oder sogar auch wochenweise. Hier trifft man oft auf Gleichgesinnte und kann sein Arbeitsnetzwerk erweitern, aber natürlich auch private Kontakte knüpfen.
  • Coliving-Spaces: Ein Coliving-Space ist ein Coworking-Space mit angegliederter Unterkunft. Hier arbeiten Menschen also nicht nur zusammen unter einem Dach, sondern wohnen auch zusammen. Oft haben Coliving-Spaces auch ein Freizeitprogramm im Angebot, bei dem man sich besser kennenlernen kann.
  • Online-Gruppen: Menschen unter 30 werden jetzt vielleicht die Hände über dem Kopf zusammenschlagen, doch ich gehöre noch immer der Generation Facebook an und liebe die Plattform wegen ihrer zahlreichen hilfreichen Gruppen. Auch andere digitale Nomaden könnt ihr auf diesem Wege bestens kennenlernen. Sucht doch einfach mal nach Schlagwörtern, wie zum Beispiel: “Digitale Nomaden”, “digital nomads”, “coworking”. Ihr werdet auf eine Vielzahl von Gruppen treffen, in denen ein reger Austausch stattfindet. Sogar Dating-Gruppen für digitale Nomaden gibt es.

Schwieriger ist es natürlich in der Szene der digitalen Nomaden Freundschaften fürs Leben zu knüpfen, da es einfach so ist, dass jeder sich irgendwie auf dem Sprung befindet. In dieser Hinsicht kann das Leben natürlich schon manchmal etwas einsam sein und das sollte man sich im Vorfeld bewusst machen. Wenn ihr jedoch charakterlich ähnlich gestrickt seid wie ich und generell gerne alleine seid, dann wird sich auch ein Nomaden- Leben selten wirklich einsam anfühlen für euch.

Übrigens hat meine Blogger-Kollegin und Freundin Andrea vom Blog Andysparkles auch schonmal einen Blogbeitrag darüber verfasst, wie man digitaler Nomade werden kann. Schau doch gerne mal rein:

Andysparkles: Wie werde ich digitaler Nomade?

Abschließend bliebt mir eigentlich nur noch zu sagen, dass sich Träume, wenn sie stark genug sind, fast immer verwirklichen lassen. Solltest du also wirklich von einem ortsunabhängigen Leben träumen: Go for it!

4 Kommentare

  1. Als VA kann ich auch von überall aus arbeiten und es ist herrlich, dass man in dem Punkt sein eigener Herr… ähm seine eigene Frau sein kann 🙂

  2. Ich finde das Konzept total spannend! Ganz meine Wohnung in Berlin möchte ich nicht aufgeben. So eine Art Mittelding als Digitaler Nomade ist für mich perfekt, wenn das Sinn macht!

  3. Ich würde einerseits gerne auf die Steuern in Deutschland verzichten andererseits ist es schon schön in Deutschland krankenversichert zu sein.
    Geht beides irgendwie?
    Oder wie sind eure Erfahrungen mit Krankenversicherung und ausländischen Ärzten?

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